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Triers Antwort auf die „Bläck Fooss Helmut Leiendecker und seine „Bloas
Mundart-Rock des Quintetts bald auf Platte erhältlich
„Das sind ja die Trierer, Bläck Föoss'", meinte der erstaunte Konzertbesucher, der zum ersten mal die „Leiendecker-Bloss" hörte. Der Vergleich ist gar nicht so schlecht, wenngleich vorerst noch einige Nummern zu groß. Mundart-Texte, verpackt in zeitgenössische Musik, ist bei Band-Leader Helmut Leiendecker (34) und seinen Mannen angesagt. Und das nicht nur zur Karnevalszeit, wenngleich das seit vier Monaten bestehende Quintett in den vergangenen Wochen die ersten Auftritte absolvierte und gleich von sich reden machte, sprich: bombig einschlug. Die „Leiendecker-Bloas" ist eine Band, die noch viel vorhat und auch die besten Chancen besitzt, groß „raus zukommen". Das Rezept ist einfach, das Produkt schmackhaft und leicht bekömmlich. Leiendecker: „Ich will Trierer Sprache mit moderner Musik kombinieren, intensiv und anspruchsvoll.' Dabei helfen ihm bewährte Musiker: Gitarrist und Mitsänger Joachim Rother (32), Keyboarder Christian Wendt (36), Schlagzeuger Martin Herrmann (35) und als Bassist Werner „Tilly" Klahr, der allerdings auch bei den ,Reminders" aktiv ist und mitunter — wie vorgestern Abend im Thalfanger Musikbahnhof — ersetzt werden muss. Als „Appetithappen" serviert die Gruppe einige Oldies von Peter Frampton, Creedence Clearwater Revival und den Beatles mit trierischer Lyrik. Aus „Yellow Submarine" wird bei Leiendecker & Co. "Die hann et nur op mein Wello abgesiehn", sogar der Sensenmann zischt am Ende des Songs mit dem Fahrrad davon —der urige Sänger hat die Lacher auf seiner Seite. „You've got to hide your love away" heißt bei Leiendeckers schlicht und ergreifend „Eeeh, hass Duu maan Frau heut' schon gesiehn?". Den Löwenanteil, nämlich rund 70 Prozent, des Repertoires machen jedoch Eigenkompositionen aus; auch hier zeichnet Leiendecker, ein hemmungsloser Verfechter der Trierer Mundart, für die Texte verantwortlich. Darin geht es unter anderem um Biereviez« (ein Getränk mit durchschlagender Wirkung), um „Teerdisch" (das sagenhafte Gemisch von Kartoffelpüree, Sauerkraut und gebackener Blutwurst) und den Wandertag nach Zalawen, natürlich mit heftiger Einkehr in eine der dortigen Kneipen. Aber nicht nur das Preisen trierischer Lebensart ist dem Band-Chef und seiner „Bloss" (= Sippschaft) ein Anliegen. Der Song „Kabelkaabes" beispielsweise beschreibt kritisch ein Oberangebot an seichter Fernsehunterhaltung, und auch seinem Nachwuchs hat der dreifache Vater Leiendecker ein nachdenkliches Lied gewidmet. Paradenummern sind freilich die fröhlicheren Stücke Ent'chi" und „Augusts Treverorum", die Ende des Monats auf einer selbst produzierten Single-Schallplatte erhältlich sein werden, und nicht zu vergessen das Reggae-angehauchte „Dat ist uns' Trierer Platt", in dem 250 Mundart-Ausdrücke von „Arschmatz" bis „Zoores" aneinandergereiht sind. Musikalisch ist die „Leiendecker-Bloas" deutlich rockiger als die Kölschen „Bläck Fööss", mitunter geht der Sound schon in Richtung der hessischen „Rodgau Monotones". Das musikalisches Niveau der „Bloss" ist recht beachtlich, dafür sorgen die bewährten „Haudegen" Rother, Wendt und Hemmann, die allesamt mit der Erfahrung von -zig Bands gesegnet sind. Um bei den „Bläck Fööss' und den „Rodgau Monotones" zu bleiben: die haben auch einmal so ähnlich angefangen wie die „Leiendecker-Bloas" . . . rm. |
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