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The Ratsthe rats

Die Rats Story


Wenn diese Ausgabe erscheint, hat die Stadt Trier ihren Rockförderpreis 1991 vergeben. Als die Rats anfingen, war an städtische Förderung noch nicht zu denken, aber ohne solche Pioniere wie die Rats, würde Walter Blankenburg keine Preise vergeben :


"Love Me DJ ist ein aktueller Ilit, und Manfred Rump, Klaus Jones, Hans-Peter Lehmar, Heinz Werner Kesselbohm und Georg Brand halten es nicht länger aus. Sie müssen eine Band gründen. Mit diesem Entschluß ist es geschehen, sie haben ihre gesellschaftliche Akzeptanz verloren. Von wegen Künstler. "Beat- Musiker, das ist doch das Letzte. Die gammeln nur rum und machen Krach. Ich weiß gar nicht, was das mit Musik zu tun hat."


So etwa der Tenor, wenn Trierer sich über die neue Generation Musiker äußerten. Aber auch in Trier gab es für solche Außenseiter Zufluchtsstätten. Die wich­tigste davon war das Exzellenz-haus. Deshalb fanden sich die 5 auch dort ein. Wenn sie einen Raum zum proben bekämen, dann würden sie die nächste trierer Beat-Band sein. Einen Namen hatten sie auch schon. "Rats" - weil Ratten genauso beliebt waren wie Beat-Musiker. Jetzt muß man wissen, daß das Ex-Haus damals noch kein selbstverwaltetes Jugendzentrum war, sondern verschiedene Jugendklubs sich die dortigen Räume teilten. Diese Klubs mußten alle zustimmen, wenn Proberäume vergeben wurden. Sie stimmten zu, die Rats bekamen einen Raum.


Damit war die Band geboren. Manfred Rump: "Ohne diese Zustimmung hätte es die Rats nie gegeben."


Aber es gab sie. Und damit nicht nur die Songs von Chuck Berry, Bo Diddley und später dann der Beatles, Small Faces, Stones, Yardbirds usw. auf Trierer Bühnen, sondern auch alles, was dem Beat den Ruf einbrachte, Randalemusik zu sein.


Nach den ersten Auftritten in 'Trier wollen die Jungs es wissen und beschließen auf Tournee zu gehen. (Nicht mehr mit Bassist Lehmann, für ihn kam Dieter Mayer.) Erste Station ist Weis­senthurm. Nachdem sie dort bei ihren Vorbildern,'The Dogs, eine Einlage gegeben haben, werden sie an deren Stelle 2 Wochen von einem dortigen Beatkeller engagiert. Das liegt auch an ihrer Musik, aber vor allem daran, daß die Dogs über Nacht nach Griechenland verschwunden sind. Warum weiß heute keiner mehr, aber den Rats bringen ihre Shows noch Aufritte im Neuwieder Kolpinghaus und in der Koblenzer Milchbar ein. Danach kehren sie nach Trier zurück. Auf ihren

Plakaten steht jetzt: The Rats - : Zurück von erfolgreicher Tournee. Mit dem Image eine überregional erfolgreiche Band zu sein wächst ihre Fangemeinde.


Damit überzeugen sie auch. ihre Eltern. Waren diese noch schokkiert, als sie einfach abgehauen waren (einigen Bandmitgliedem war der Job gekündigt worden), um am Rhein zu spielen, investieren diese jetzt in eine bessere Anlage.


Einige Monate nach ihrer Tournee - man schreibt immer noch 1964 -kommt es mal wieder zu einem Auftritt im Ex-Klaus. Da sie - wie bereits erwähnt - dort proben, spielen sie quasi als Hausband häufig dort. Aber dieser Auftritt ist etwas Besonderes und geht in die Geschichte des Hauses ein. Sie spielen im Südflügel, der Saal ist voll, und da geschieht es: Die darunterliegenden Stützbalken krachen (der Saal lag im ersten Stock); der Saal muß geräumt werden und, da die Stim­mung so hervorragend ist, wird das Konzert nicht abgebrochen, sondern irrt Saal des Nordflügels fortgesetzt. Aber auch hier krachen Stützbalken. Nach Reparaturversuchen, die die Baupolizei nicht überzeugen, wird das Haus kurze Zeit später geschlossen. Die Rats und die anderen Bands, die im Haus proben (zu dieser Zeit z.B. auch die Black Cats), haben, um weitermachen zu können, die Idee, den Keller auszubauen. Diese Idee wird verworfen und erst 1989 verwirklicht. Der Keller heißt seitdem Exil...


Aber dieser Auftritt im Ex-Haus war nicht der einzige Gig, der schwerwiegende Folgen hatte.


Als bad boys der damaligen Szene können sie ihren britischen Idolen Stores in Sachen Krawall durchaus das Wasser reichen. Sie können von sich behaupten, die einzige Trierer Band zu sein, nach deren Auftritt eine Hotelsaaleinrichtung zu Bruch gegangen ist:


Im Jahre 1965 spielen sie in einem Hotel in Trier-Nord (das Hotel befand sich auf dem heutien Gelände des Brüderkrankenhauses). Für den Inhaber ist esdas erste Beat-Konten, das er miterlebt. Von daher ist er nicht vertraut mit den dabei herrschenden Emotionen. Die Rats sind gerade dabei, den brandaktuellen Knüller "Shakin' All Over" anzustimmen, als die Uhr auf 23.00 springt. Das ist die magische Uhrzeit. Bis 22.00 Uhr zu spielen, ist erlaubt, also dreht der Inhaber pünktlich den Strom ab. Dadurch verliert er sein Inventar. Die, wie später zu lesen ist, wilden enthemmten Beatfans rächen sich, indem sie die Möbel zerschlagen. Der einzige, der sich ernsthaft verletzt, ist der Inhaber. Wer nicht hören will, muß fühlen.


Zum musikalischen Teil des Abends sei noch angemerkt, daß 1965 die Besetzung wieder gewechselt hat.

 Am Baß ist jetzt nicht mehr Jerry Sachs der war für Dieter Mayer gekommen , sondern Günter Steffgen.


1967 wird es etwas ruhiger um die Rats. Gitarrist Manfred Rump ist ausgestiegen - er hat sich einer englischen Profiband angeschlossen -, und für ihn kommt Klaus Meinen (Der Arzt, der heute bei Bluesoarsch rockt, war damals noch Medizinstudent.). Die Bandaktivitäten beschränken sich auf intensives Üben. Das darauffolgende Jahr bringt den Lohn der Mühe.                                                                                                                                           

Die Rats gewinnen das Beat-Festival (die Beat-Festivals waten ein Vorläufer des Rockförderpreises) 1968 und können so Revanche nehmen für das '66er Festival (als sie auf Platz 3 landeten und die Penny Saints gewannen).

the rats

1970 beenden die Beatles ihre Karriere, und auch die Rats trennen sich in dem Jahr. Rock­musiker sind mittlerweile auch in Trier anerkannt, und die Rats haben ihren Teil dazu beigetragen. Manfred Rump bleibt der trierer Musikszene erhalten. 6 Jahre bis Mitte der70er ist er Profi (er spielte mit dem heutigen Boss-Band-Leader Joe Hodgkins in einer Band), seit einigen Monaten verstärkt er Joe Dussas Country Band. Ein Kater läßt das Mausen nicht...


Die Rats waren

Manfred Rump (git)

Klaus Jones (git)

Günter Stoffgen (b)

Dieter Mayer (b)

Jerry Sachs (b)

Heinz Werner Kesselbohm (dr) Georg Brand (voc) (Brand verließ die Band 1965, für ihn kam der Sänger derTelstars, Kesselbohm ging später zu Deep Waten)

Wolfgang M.

Quelle: Die Katz